Der Kirchhof am Westerende ist vermutlich die älteste, noch aktive Begräbnisstätte in Ostfriesland. Es war der Friedhof an der romanischen Kirche Sankt Liudger am Westerende. Über ihre Anfänge wissen wir wenig. Wir wissen, dass der Friesenmissionar Liudger um das Jahr 790 an diesem Ort die Friesen für den christlichen Glauben gewann. Hier auf einer schon im 5ten Jahrhundert aufgeschütteten Warf ließ er eine erste christliche Kapelle aus Holz errichten. Ob seither an diesem Ort auch bestattet wurde, kann man nur vermuten. Mit der Errichtung der Steinkirche Sankt Liudger um 1190 wird der Hof aber zum Kirchhof, also zu einer Begräbnisstätte geworden sein.

Die alte Kirche wurde um 1787 abgerissen, weil sie baufällig war und die reformierte Gemeinde in Leer eine neue Kirche, die Große Kirche an der Kirchstraße, gebaut hatte. Geblieben ist sind die Unterkirche, die Krypta und der Kirchhof am Westerende, auf dem auch heute noch bestattet wird.

Auf dem Kirchhof sind etwa 150 historische Grabsteine erhalten. Viele erinnern an bedeutende Persönlichkeiten der Leeraner Stadtgeschichte. Und sie erzählen vom Umgang früherer Generationen mit Sterben und Tod und bringen die christliche Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben zum Ausdruck. Etliche Steine hatten über die Jahrzehnte ihre Standfestigkeit verloren und lagen teilweise unter Gestrüpp verborgen – mehr Vergessen als würdiges Erinnern.

Dank einer großzügigen Spende der Leeraner Stiftung P konnten 33 dieser alten Grabsteine fachgerecht aufgerichtet, teilweise komplett abgebaut, neu verankert und standfest wieder aufgestellt werden. Die zuvor liegenden und gefährdeten Grabsteine stehen aufrecht und sicher. Sie prägen wieder die Atmosphäre dieses besonderen Ortes und laden ein, dort gerne zu verweilen.

Weitere Informationen zu dem alten Kirchhof Westerende:


Eindrücke vom Friedhof Westerende mit zahlreichen historischen Grabsteinen

Symbole auf alten Grabsteinen